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Professor Stefan Brunnert, Dominik Pfeiffer und
Bürgermeister Josef Mederer (von links)
Seit
Jahren beschäftigen sich Energieexperten mit der zentralen Frage, wie zukünftig
eine umweltgerechte
und nachhaltige Energieversorgung für die nächsten Generationen
sichergestellt werden
kann und zudem weiterhin bezahlbar bleibt. Die fossilen Energieträger gehen
langsam zu Neige,
die Erwärmung der Erde durch stetig zunehmende CO2-Emissionen nimmt
kontinuierlich zu. Die
Gemeinde Schwabhausen hat im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung
bereits vor Jahren eine
Vorreiterrolle übernommen. „Wir holen seit 1999 die Energie aus dem Boden
Schwabhausens und
nicht das Öl aus der Wüste Saudi Arabiens“, betont Bürgermeister Josef
Mederer. Seit 1999 wird nämlich
in der Ortsmitte das Rathaus sowie ein Wohn- und Geschäftshaus mittels einer
Erdwärmesonden-Wärmepumpenanlage
versorgt. Hierdurch ergibt sich eine Heizöleinsparung von rund
22.000 Litern im Jahr. Die jährliche CO2-Einsparung gegenüber Heizöl beträgt
somit 57,4 Tonnen.
Im Zuge der angestrebten und notwendigen Energiewende wird den Erneuerbaren
Energien eine zentrale
Rolle zugeschrieben. In diesem Kontext hat sich auch der Landkreis Dachau über
die Vereinigung
Dachau Agil e.V. intensiv mit Klimaschutzkonzepten befasst. Als
Zielvorstellungen wurden
dabei formuliert:
- Senkung des Primärenergieverbrauchs im Landkreis um 30% (2020)
- Senkung des Verbrauchs an elektrischer Energie im Landkreis um 10% (2020)
- Senkung der CO2-Emissionen im Landkreis um 40% (2020)
- Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis um 40% (2020)
Die Gemeinde Schwabhausen trägt diese ehrgeizigen Ziele mit und überlegt
nunmehr, wie eine Umsetzung
sinnvollerweise erfolgen könnte. Mit der Untersuchung verschiedener Maßnahmen
befasst
sich aktuell u. a. eine Gruppe von Studenten des im Jahr 2008 neu gegründeten
Bachelor-Studienganges Management
erneuerbarer Energien der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Konkret
werden folgende Aufgabenstellungen verfolgt:
- Erstellung einer Energiebedarfsanalyse für Schwabhausen als Grundlage für
alle weiteren Untersuchungen
- Maßnahmenbeispiel stromseitig: Analyse und Bewertung der Nutzungsmöglichkeiten
von Windenergie im Umfeld von Schwabhausen
- Maßnahmenbeispiel wärmeseitig: Bewertung des Einsatzes einer
Holzhackschnitzelanlage zur
Wärmeversorgung ausgewählter Liegenschaften der Gemeinde
Für
die Gemeinde Schwabhausen hat das Projekt der Hochschule
Weihenstephan-Triesdorf eine hohe
Bedeutung. „Mich freut es, dass wir die Hochschule für die
wissenschaftliche Arbeit gewinnen konnten
und sich erfahrene Kapazitäten in die Arbeit einbringen“, so Bürgermeister
Josef Mederer. Seinen
Angaben zufolge hat der Gemeinderat am vergangenen Dienstag dem Projekt
einstimmig „grünes
Licht“ gegeben und alle Beteiligten sind auf die Ergebnisse der
Projektstudie äußerst gespannt.
Mit der technisch-wirtschaftlichen Ausrichtung des
Studiengangs bietet sich den Absolventen eine ideale
Gelegenheit, ihr erworbenes Wissen in konkrete Projekte einzubringen sowie um
praktische Erfahrungen auszubauen.
Unterstützt und betreut werden die Studenten durch den auf dem energiewirtschaftlichen
Gebiet erfahrenen Professor für regionale Energiewirtschaft Stefan Brunnert.
Anfang August sollen die Ergebnisse dann im Rahmen
einer Bürgerinformationsveranstaltung in Schwabhausen
von den Studenten vorgestellt werden.
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