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Kunst kennt keine Behinderung |
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Unter dem Motto „Nichts über uns ohne uns“ wollen Menschen mit Behinderungen europaweit auf sich und Ihre Interessen aufmerksam machen. Im Beisein zahlreicher Landkreispolitiker eröffnete Bürgermeister Josef Mederer die Ausstellung im Schwabhauser Rathaus. Sie waren alle gekommen, um Werke psychisch kranker und geistig behinderter Menschen zu betrachten. Der Bezirk ist unter anderem für das Bezirkskrankenhaus in Haar zuständig. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kunstwerstatt am BKH Haar unter der Leitung von Angela Sandl und Dr. Peter Veitl, der HPCA-KUNSTwerkstatt München unter der Leitung von Klaus Mecherleih und des TheaterAtelier München, unter der Leitung von Hans Blersch. Herr Bürgermeister Josef Mederer betonte in seiner Rede, dass das Jahr 2003 von der Europäischen Kommission zum Jahr der Menschen mit Behinderungen erklärt werden soll. Mit der Ausstellung soll auf die Situation psychisch kranker Menschen hingewiesen werden. Sie soll auch die Angst vor der Psychiatrie nehmen und Informationen vermitteln. Diese Ausstellung ist geeignet und wird vor allem bei denjenigen Menschen auf fruchtbaren Boden kommen, die in irgendeiner Form mit psychischer Krankheit konfrontiert sind, ob im eigenen Fall oder dem ihrer Umgebung. Hier stellt eine breite ansprechende Information eine Bereicherung des Wissens dar und soll somit helfen, Angst vor der Psychiatrie abzubauen. Im Gegensatz zur Darstellung somatischer Krankheiten in der Öffentlichkeit kommt es jedoch kaum zu Diskussionen über den Kreis der Betroffenen und beruflich oder privat damit befassten Personen hinaus. Die Möglichkeit psychischer Erkrankung wird auf breiter Basis nach wie vor verdrängt. Obwohl nach statistischen Erhebungen jeder vierte Mensch einmal in seinem Leben psychisch erkrankt und Psychoprobleme in Gazetten stetig präsent sind, wenden sich die Leute, wo Psychisches zur Krankheit wird, eher ab. Mit der Ausstellung „Kunst kennt keine Behinderung“ will Josef Mederer auf lokaler Ebene einen deutlichen Schritt in Richtung integrative Gesellschaft tun. Im Bezirkskrankenhaus Haar wird schon seit vielen Jahren versucht, die Fähigkeit chronisch psychisch kranker Menschen im Bereich der Kultur für Bilder, Plastiken, Musik, Theater und vieles mehr zu fördern und sie damit aus dem gesellschaftlichen Abseits herauszuholen. Die Ausstellung startet zunächst im Rathaus in Schwabhausen und wird dann an den Bayerischen Landtag und anschließend an das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen weitergereicht, bevor es dann an letzter Stelle im Valentin Museum in München Platz findet. Dr. Peter Veitl vom BKH Haar berichtete den zahlreich erschienenen Gästen, dass diese Ausstellungen immer große Resonanz hervorrufen. Das gebe auch den behinderten Künstlern unheimlich viel, wenn sie ihre Bilder auf der Ausstellung sehen und sogar ab und zu ein Bild verkauft werde. Psychisch Kranke hätten oft ein hohes Maß an Kreativität und könnten in der Kunst ihre schöpferischen Ideen umsetzen. Februar 2003 |
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