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In Arnbach ist eine Ära zu
Ende gegangen. Gemeinde, Kirchenverwaltung, der Kindergarten, Kirchenchor
und viele Arnbacher verabschiedeten die Schwestern der Kongregation der
Franziskanerinnen von Aiterhofen, die fast 80 Jahre lang im Ort gewirkt
haben. Schwester Teresa wurde vom Orden in das Mutterhaus zurückberufen,
Schwester Maria wird zukünftig im Pfarrhaus Indersdorf wohnen. Der
Kindergarten wird vom Montessori-Verein Bergkirchen weitergeführt.1927
kaufte der Orden das ehemalige Schloss Arnbach für 6000 Reichsmark und
richtete dort seine erste Filiale ein. Während der Wintermonate erteilten
die Schwestern Unterricht im Nähen, Handarbeiten und Hauskrankenpflege und
führten von Anfang an einen Kindergarten sowie eine Bewahrschule für
Kinder. Als Arnbach nach Schwabhausen eingemeindet wurde, war der
Klosterkindergarten der einzige in der Großgemeinde und erfuhr großen
Zulauf. Insgesamt waren 34 Schwestern in Arnbach tätig. Als Kindergärtnerin
ist vor allem die bereits verstorbene Schwester Roswitha in Erinnerung, die
für ihre fast 30-jährige Arbeit 1996 mit der Bürgermedaille der Gemeinde
Schwabhausen ausgezeichnet wurde. In den letzten 13 Jahren hat Schwester
Terese in Arnbach eine Heimat gefunden und seit 1997 den Kindergarten
geleitet.
Mit einem festlichen Gottesdienst, der von Jugendpfarrer Franz Eisenmann mit
Unterstützung von Gudrun Beck, der Pastoralreferentin des Pfarrverbandes
Erdweg, zelebriert wurde begann der Festakt zur Verabschiedung, der im
Gasthaus Kraus seine Fortsetzung fand.
"Mit großer Dankbarkeit und sehr gemischten Gefühlen verabschieden
wir die Franziskanerinnen" sagte Bürgermeister Josef Mederer in seiner
Festrede. Man sei dankbar, dass der Orden in Arnbach Geschichte geschrieben
und das Rüstzeug gegeben habe, den Kindergarten weiterzuführen. Der Rückblick
des Bürgermeisters auf die fast 80-jährige Geschichte endete mit einem
herzlichen Vergelt's Gott an den Orden, der "ein sehr wohl bestelltes
Haus übergibt". "Trotz des Schmerzes können wir sagen, es geht
durch eine glückliche Fügung weiter", betonte Josef Mederer. Zusammen
mit dem Arnbacher Kirchenpfleger Adolf Breitenberger überreichte der Bürgermeister
der Generaloberin ein Ölgemälde, sowie den scheidenden Schwestern Terese
und Maria Bilder der Arnbacher Kirche. In weiteren Festreden bedankten sich
Adolf Breitenberger, Landrat Hansjörg Christmann und der
Landtagsabgeordnete Blasius Thätter für die segensreiche Arbeit, die in
Arnbach geleistet wurde.
Unter der Leitung der Kindergärtnerinnen Maria Schmid, Heidi Probstdorfer
und Annemarie Grüll führten die Kindergartenkinder dann verkleidet als
kleine Engel ein himmlisches Spiel auf und übergaben ihrer Schwester Teresa
viele kleine und persönliche Geschenke. Generaloberin
Schwester Anita erinnerte in ihrer Rede an die Anfangsschwierigkeiten und
auch daran, dass alle Probleme mit Hilfe der Arnbacher gelöst wurden.
Bereits 1957 trug man sich mit dem Gedanken, die Arnbacher Filiale wieder
aufzulösen, aber immerhin ging es fast noch 50 Jahre weiter, aber nun gibt
es immer weniger Schwestern, so dass der Weggang nicht mehr zu verhindern
war, erklärte die Generaloberin und dankte dafür, dass die Schwestern über
eine so lange Zeit ihren Glauben weitergeben durften.
Mit einem wunderschön gestickten Haussegen bedankten sich die Schwestern
Anita und Teresa bei Anton Lerchl, dem "Guten Geist" des
Kindergartens, der den Schwestern 33 Jahre lang mit Rat und Tat zur Seite
stand. Auch Bürgermeister Mederer dankte Anton Lerchl mit einem Weinkrug
und einem guten Tropfen und verband seinen Dank mit der Hoffnung, dass Anton
Lerchl auch die neue Kindergartenleitung weiter unterstützt.
August 2006
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